Die Baugeschichte der Anlage in Ratingen-Lintorf
Nachdem sich die Partner Stadt Düsseldorf und Kreis Mettmann über die
grundsätzlichen Fragen geeinigt hatten, folgte die Gründung der Kompostierungs-
und Vermarktungsgesellschaft Stadt Düsseldorf/Kreis Mettmann mbH. Der Gesellschaftervertrag
wurde am 7. Mai 1992 verabschiedet, die Eintragung ins Handelsregister erfolgte
am 16. Juli 1992.
Stadt
Düsseldorf und Kreis Mettmann legten die Anforderungen fest. Die neue Anlage sollte für 40.000
Tonnen Jahresumsatz ausgelegt werden. Die Abfallmenge muß sich aus Bioabfall,
Garten- und Parkabfällen und gegebenenfalls organischen Produktionsrückständen
und Marktabfällen zusammensetzen. Oberste Priorität muß bei den
erzeugten Produkten deren Vermarktungsfähigkeit haben. Die KDM begann mit
den Planungen für diese Anlage und legte im Februar 1993 der Gesellschafterversammlung
eine „Projektstudie zur biologischen Abfallbehandlung am Standort Rehhecke"
vor. Die Studie kam zu dem Ergebnis, daß keines der damals auf dem Markt
befindlichen Verfahren in der Lage war, alle an die Lintorfer Anlage zu stellenden
Forderungen zu erfüllen.
Ausbau in zwei Stufen
Den Anforderungen gerecht werde nur die Kompostierung in einer Halle mit stationärem
Umsetzgerät, das einzelne Mieten umsetzen und abräumen könne. In
dieser Kompostierungsanlage könne ein ausgereifter, gut vermarktungsfähiger
Kompost in etwa zehn Wochen erzeugt werden. Um den Mikroorganismen optimale Lebensbedingungen
zu schaffen, sollen die Mieten maximal 2,5 Meter hoch sein. Eingehende Wirtschaftlichkeitsberechnungen
und das erst wachsende Aufkommen an Bioabfällen sprachen zudem für den
Aufbau der Anlage in zwei Stufen. Die erste Stufe solle mit einer Jahreskapazität
von 25.000 Tonnen bemessen werden, die mit einer zweiten Stufe dann auf 40.000
Tonnen erhöht werden kann. Die Gesellschafter folgten allen Vorschlägen
der Geschäftsführung.
Damit waren wichtige grundsätzliche Entscheidungen gefallen. Die KDM entschied
sich für eine vollständig eingehauste, automatisierte Mietenkompostierung
mit bedarfsgerechter Umsetzung unter Begrenzung der Mietenhöhen auf maximal
2,5 Meter. Die erforderlichen Unterlagen wurden erarbeitet, die Anträge gestellt.
Bald stand auch der Kostenrahmen fest: In der ersten Ausbaustufe, die bereits
auf die endgültige Vorbehandlung des Materials und die Infrastruktur im Endausbau
ausgelegt ist, 30 Millionen D-Mark. Am 21. Dezember 1995 wurde der Antrag auf Errichtung
der Anlage genehmigt.
Parallel zum Genehmigungsverfahren wurde das Grundstück bereits baureif gemacht
und erschlossen. Erhebliche Bodenbewegungen waren auf einer Fläche von 40.000
Quadratmetern notwendig, rund 100.000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt. Teilweise
mußte eine neue Tragschicht eingebaut werden.
Auf der so hergerichteten Fläche wurden Bauwerke mit einer Grundfläche
von 13.500 Quadratmetern errichtet, etwa gleich groß ist die Verkehrsfläche,
die ebenfalls angelegt werden mußte. Die Bauwerke unterteilen sich in Anlieferbereich
(3.000 qm), Grünanlieferbereich (1.000 qm), Rottehalle (5.000 qm), Fertigkompostlager
(3.200 qm) und Biofilter-Lüftungszentrale und Nebengebäude (1.300 qm).
Insgesamt 700 Tonnen Stahl und mehr als 6.000 Kubikmeter Beton wurden verbaut.
Die Abmessungen der Halle verlangten auch einige Besonderheiten. So ist das längste
eingebaute Stahlbetonfertigteil 25 Meter lang, das schwerste, der Binder über
der Anlieferungshalle, wiegt 43 Tonnen. |